Polizeivollzugsbeamte im mittleren Dienst

Skills: Berufe

In unserer FABRİKA-Folge 4 gewähren uns Naciye Taşdemir und Norbert Scharer einen Einblick in die Polizeiarbeit. Dabei wird deutlich, dass Polizeivollzugsbeamte und -beamtinnen im Rahmen ihrer Arbeit des Öfteren mit konfliktgeladenen Situationen konfrontiert sind, die leicht eskalieren können. Wie man Konflikte schlichtet, ist daher das A und O bei der Polizeiausbildung.

Polizeivollzugsbeamte und -beamtinnen sind wie alle anderen Bürger/innen Deutschlands dem Grundgesetz verpflichtet. Sie gehören dem Bereich Schutzpolizei an und arbeiten in Polizeidienststellen der Länder sowie bei der Bereitschafts- oder Wasserschutzpolizei. In Polizeidienststellen übernehmen sie vor allem den Wach- und Streifendienst. Dabei helfen sie Bürgern und Bürgerinnen in Notsituationen, halten bei Ordnungswidrigkeiten den Sachverhalt fest und verhängen Bußgelder. Sie beteiligen sich außerdem an der Verfolgung von Straftaten, wirken bei Festnahmen bzw. bei der Aufklärung von Verbrechen mit, indem sie z.B. Beweisstücke sicherstellen oder Zeugen befragen, und bringen verdächtige Personen zur Vernehmung aufs Revier. Auch Verwaltungsaufgaben wie die Entgegennahme von Anrufen, die Protokollierung von Anzeigen und das Verfassen von Berichten gehören zu ihren Aufgaben. Bei Verkehrsunfällen sichern sie die Unfallstelle ab, nehmen die Personalien auf und schlichten gegebenenfalls Streitigkeiten. Zudem führen sie Verkehrskontrollen durch und regeln den Straßenverkehr, wenn Ampeln ausgefallen sind.

Die Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten/zur Polizeivollzugsbeamtin dauert 2 bis 2 ½ Jahre. Zugangsvoraussetzung ist entweder ein Realschulabschluss, ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand.

Seit einigen Jahren ist die Polizei in vielen Bundesländern bestrebt, Menschen mit Migrationshintergrund für den Beruf zu gewinnen. Dahinter steckt u.a. der Gedanke, dass die Polizei im Idealfall von der Zusammensetzung her die Gesellschaft spiegeln sollte, die zu etwa einem Fünftel aus Menschen mit Migrationshintergrund besteht. Man erhofft sich davon eine Stärkung des Vertrauens in die Ordnungsmacht bei allen Bevölkerungsgruppen und auch mehr interkulturelle Kompetenz aufseiten der Polizei. Außerdem kann die Kenntnis einer zweiten Sprache neben Deutsch bei der Polizeiarbeit von großem Nutzen sein.

Im Jahr 2009 warb Volker Bouffier, damals Hessischer Minister des Innern und für Sport, zusammen mit der Zeitung Hürriyet gezielt um deutschtürkische Bewerber/innen. Langsam zeigen Bemühungen dieserart Erfolg. So hat z.B. bei der Berliner Polizei inzwischen ein Fünftel der Auszubildenden einen Migrationshintergrund.