Gesundheits- und Krankenpfleger/in

Skills: Berufe

In der FABRİKA-Folge „Wenn das Leben zu Ende geht“ gewährt uns die Gesundheits- und Krankenpflegerin Neşe Ebel einen Einblick in ihre Tätigkeit auf der Palliativstation Johannes von Gott am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München, wo sie in einem multiprofessionellen Team arbeitet.

Auf einer Palliativstation werden Schwerstkranke behandelt, für die keine Heilungschancen mehr bestehen und die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben. Die Tätigkeit von Gesundheits- und Krankenpfleger/innen beinhaltet die eigenständige Pflege, Betreuung, Versorgung, Beobachtung und Beratung von Kranken und Pflegebedürftigen. Darüber hinaus sind sie für die Dokumentation und Auswertung aller pflegerischen Maßnahmen zuständig.

Gesundheits- und Krankenpfleger/innen arbeiten hauptsächlich in Krankenhäusern, Gesundheitszentren oder Facharztpraxen. Sie können aber auch in Altenwohn- und Pflegeheimen, in Schiffshospitälern oder für ambulante Dienste tätig sein, die sich durch Hausbesuche um die Betreuung und Pflege von Patienten kümmern. Die Tätigkeit von Gesundheits- und Krankenpfleger/innen setzt ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und Stressresistenz voraus.

Die Ausbildung zu diesem Gesundheitsfachberuf dauert 3 Jahre und gliedert sich in einen theoretischen Teil an einer Berufsfachschule und in einen praktischen Teil an einer Gesundheitseinrichtung (in der Regel in einem Krankenhaus). In der Ausbildung wird nicht nur pflegerisches Wissen, sondern auch ein breites Spektrum an medizinischen Kenntnissen vermittelt.

In Deutschland gibt es allgemein einen hohen Nachwuchsbedarf an Pflegekräften, der voraussichtlich in den nächsten Jahren noch steigen wird.

In unserer FABRİKA-Folge „Wenn das Leben zu Ende geht“ wird deutlich, dass die Tätigkeit auf einer Palliativstation Pflegekräfte vor ganz besondere Herausforderungen stellt. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin Neşeli Ebel legt dar, dass sich das Team auf einer Palliativstation voll und ganz auf die Bedürfnisse und das Tempo der Patienten einstellen muss, anders als auf anderen Krankenstationen, wo die tägliche Routine des Personals den Rhythmus und die pflegerischen Maßnahmen bestimmt. Insgesamt hat das Wohlbefinden der Patienten und das der jeweiligen Angehörigen absolute Priorität. Wie Neşe Ebels Ehemann, der selbst im Gesundheitsbereich tätig ist, hervorhebt, setzt der tagtägliche Umgang mit dem Sterbeprozess und dem Tod auch eine besondere psychische Kraft voraus. Da in immer mehr deutschen Krankenhäusern eigene Palliativstationen eingerichtet werden, wird es in Zukunft auch in diesem Tätigkeitsbereich einen steigenden Bedarf an Pflegepersonal geben.