Facharzt/Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Skills: Berufe

In FABRİKA-Folge 8 lernen wir die Psychiaterinnen Dr. Meryam Schouler-Ocak und Dr. Elif Cındık-Herbrüggen kennen.

07_08_BBFrau Dr. Schouler-Ocak ist leitende Oberärztin an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité am St. Hedwigs-Krankenhaus in Berlin, und Frau Dr. Cındık-Herbrüggen arbeitet in ihrem eigenen Gesundheitszentrum in München. Beide setzen sich dafür ein, dass die mit Migration verbundenen Erfahrungen und kulturelle Besonderheiten bei der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund stärker berücksichtigt werden.

Psychiater/innen erkennen und behandeln psychische und neurologische Erkrankungen sowie psychische und soziale Verhaltensauffälligkeiten. Bei der Behandlung werden sowohl psycho- und soziotherapeutische Verfahren angewendet als auch Medikamente, häufig in Kombination.

Wie die offizielle Berufsbezeichnung Facharzt/Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie besagt, setzt diese Tätigkeit ein Medizinstudium und eine Weiterbildung voraus. Die Weiterbildung zum Facharzt/zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie wird durch die Landesärztekammern geregelt und dauert üblicherweise 5 Jahre.

Im Anschluss können noch andere Spezialisierungen durch Weiterbildung hinzukommen. So ist Frau Dr. Schouler-Ocak auch Fachärztin für Neurologie, Traumazentrierte Psychotherapeutin und Sozialmedizinerin und Frau Dr. Cındık-Herbrüggen auch Gesundheitswissenschaftlerin.

Psychiater/innen arbeiten vorwiegend in Universitätskliniken, Fachkrankenhäusern, psychiatrischen Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern oder in ambulanten Praxen. Darüber hinaus können sie in Lehre und Forschung oder als Gutachter/innen – z.B. im Zusammenhang mit Straftaten – tätig sein.

In Deutschland gibt es einen wachsenden Mangel an Psychiatern/Psychiaterinnen. Wie in unserer FABRİKA-Sendung deutlich wird, setzt die Arbeit einer Psychiaterin/eines Psychiaters viel Einfühlungsvermögen und Geduld voraus sowie die Bereitschaft, mit Menschen in eine Beziehung zu treten. Die individuellen Besonderheiten und die persönliche Vorgeschichte des Patienten sind wichtige Faktoren, wenn es darum geht, eine psychische Erkrankung zu erkennen und zu behandeln.

Auch Migration ist ein wichtiger Aspekt, da damit verbundene Erfahrungen Stress auslösen und unter Umstanden psychisch krank machen können. So zeigen diverse Studien, dass Menschen mit einem Migrationshintergrund überdurchschnittlich häufig an einer Depression erkranken und dass der Aspekt Migration und kulturbedingte Besonderheiten in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung bisher zu wenig berücksichtigt werden. Hinzu kommen bei Migranten der 1. Generation häufig Sprachbarrieren. Somit leisten Psychiaterinnen wie Dr. Elif Cındık-Herbrüggen und Dr. Meryam Schouler-Ocak mit ihrem Engagement wichtige Pionierarbeit.