Erzieher/in

Skills: Berufe

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Eyup Katılmış gewährt uns in FABRİKA-Folge 9 einen Einblick in seine Arbeit als Erzieher in einem Kindergarten.

Wie die Äußerungen einer Kollegin und der Kindergartenleiterin verdeutlichen, ist Eyup Katılmış nicht nur im Sinne eines in Kindergärten oft fehlenden männlichen Rollenvorbildes eine Bereicherung für das Team – der Kindergarten profitiert auch davon, dass er einen Migrationshintergrund hat, da dieser in der Arbeit mit Kindern unterschiedlichen kulturellen Hintergrundes von großem Nutzen sein kann. In diesem Zusammenhang ist manchmal auch Eyup Katılmış Zweisprachigkeit hilfreich, z.B. wenn es um die Eingewöhnung eines türkischsprachigen Kindes geht. Der Beruf des Erziehers/der Erzieherin ist vielfältig und anspruchsvoll, und er setzt ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl voraus.

Bei der Tätigkeit geht es keineswegs nur um die allgemeine Betreuung und Beschäftigung von Kindern außerhalb des Elternhauses. Erzieher/innen fördern gezielt die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern sowie deren Sozialverhalten nach pädagogischen Grundsätzen. Sie regen sie z.B. zu kreativen Tätigkeiten und zum freien oder gelenkten Spielen an. Außerdem arbeiten sie eng mit anderen sozialpädagogischen Fachkräften zusammen, unterstützen und beraten bei schulischen oder privaten Problemen, dokumentieren Maßnahmen und Ergebnisse, entwickeln langfristige Erziehungskonzepte und vieles mehr.

Erzieher/innen arbeiten größtenteils in kommunalen oder kirchlichen Kinderkrippen, Kindergärten, Horten, Kinderheimen, Jugendwohnheimen, Internaten oder sonstigen schulischen Einrichtungen. Sie können aber auch in anderen Institutionen beschäftigt sein, z.B. in Jugendzentren, Kinderkliniken oder sozialen Diensten.

Die Ausbildung oder Weiterbildung zum Erzieher/zur Erzieherin – in der Regel an einer Fachschule oder Berufsfachschule – dauert 2 bis 4 Jahre. Inzwischen bieten aber auch Hochschulen Bachelor- oder Masterstudiengänge für Erzieher/innen an.

Im Jahr 2011 startete das Bundesfamilienministerium das Modellprojekt „Mehr Männer in Kitas“, das vom Europäischen Sozialfonds mitfinanziert wird. Dahinter steht unter anderem der Gedanke, dass mehr männliche Rollenvorbilder und Bezugspersonen im Alltag sich positiv auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Bisher sind die Fachkräfte in Kindergärten, Horten und Schulen (vor allem in Grundschulen) größtenteils weiblichen Geschlechts. Außerdem gibt es in Deutschland insgesamt zu wenig Erzieher/innen. Da ab August 2013 alle Einjährigen einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben, wird sich dieser Fachkräftemangel noch einmal drastisch erhöhen.

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