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FABRİKA im Kontext des deutsch-türkischen Miteinanders

3_11_2014

2011 yılına ait ulusal istatistik verilere göre Almanya’da nüfusun % 19,5’i göçmen kökenlilerden oluşuyor ve bunların yarısından fazlası Alman vatandaşlığına sahip. Göçmen kökenliler arasında ise Alman vatandaşlığına bakılmaksızın en büyük kitleyi % 18,5 ile Türkiye kökenliler oluşturuyor. Bugün Almanya’yı Türkiye kökenli bu nüfus olmadan düşünmek mümkün değil. FABRİKA’da Türkiye kökenli genç ve yaşlıların toplumsal, kültürel ve ekonomik hayata katkıları sürekli ve açık bir şekilde dile getiriliyor. Programın ilk 13 bölümünde çok sayıda insan, hayatlarına göz atma imkânı sunarak bizimle deneyimlerini ve bakış açılarını paylaştı. Bu yolla meslekî bir perspektif de sunarak, genç insanları mevcut eğitim ve meslek fırsatlarını kullanmaları konusunda cesaretlendiriyorlar. Pek çok öncü karakterimizin meslekî, sanatsal veya özel alanda sergilediği sosyal çaba, insanların tekil bireyler olarak ya da hemfikir oldukları insanlarla birlikte bazı şeyleri değiştirebileceklerini kanıtlıyor. FABRİKA ekibinin, farklı halkların bir arada yaşadığı Türkiye’den göç eden insanların ve onların çocuklarının farklı etnik kimliklerinin farkında olduğunu da sonuç itibariyle belirtmiş olalım. Söz konusu bu etnik çeşitlilik kısmen bizim ekibimizde de karşılığını buluyor. Programlarımızda ve hazırladığımız yazılı metinlerde projeye başlarken üzerinde uzlaştığımız “Türkiye kökenli Almanlar” (Deutschtürken) tabirini sıkça kullanıyoruz. Önceden ise “Türkiye’den Almanya’ya göç etmiş olan insanlar ve çocukları” ifadesini kullanıyorduk. “Deutschtürken” kavramının biraz sorunlu olduğunun farkındayız, ama bu kavramı kullanarak kesinlikle kimseyi dışlamadığımızı, “istenmeyen” olarak imlemediğimizi ve aşağılamadığımızı özellikle belirtmek isteriz.

Nationalen Erhebungen aus dem Jahr 2011 zufolge haben 19,5 % der Bevölkerung einen Migrationshintergrund, von denen mehr als die Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Mit 18,5 % stellen Personen mit Türkei-Hintergrund, ob deutsche Staatsbürger oder nicht, die größte Gruppe innerhalb der Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Von den Einwohnern mit Türkei-Hintergrund sind nur noch 50,4 % selbst zugewandert, was bedeutet, dass fast die Hälfte von ihnen in Deutschland geboren wurde. Darüber hinaus stellen Staatsangehörige der Türkei mit 23,2 % die größte Gruppe der in Deutschland lebenden Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Der prozentuale Anteil jener mit türkischer Staatsangehörigkeit ist in den letzten Jahren gesunken, was unter anderem auf die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die im Jahr 2000 in Kraft trat, zurückzuführen ist (siehe oben). Auch die Tatsache, dass mit dieser Reform die Einbürgerung erleichtert wurde, trägt dazu bei, dass die Zahl von in Deutschland lebenden Personen mit türkischer Staatsbürgerschaft zurückgegangen ist. Allein im Jahr 2011 wurden 28.103 Personen mit Türkei-Hintergrund in Deutschland eingebürgert. Mit der gerade von der großen Koalition (CDU, CSU und SPD) beschlossenen Abschaffung des „Optionszwangs“ – wonach in Deutschland geborene Kinder von Eltern, die nicht aus der EU stammen, sich bis zum 23. Geburtstag für die deutsche Staatsbürgerschaft oder für die der Eltern entscheiden mussten – wird die Zahl Türkei-stämmiger Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft wohl steigen.

Am 30. Oktober 2011 jährte sich das Anwerbeabkommen mit der Türkei zum 50. Mal. Auch wenn die Geschichte deutsch-türkischer Beziehungen nicht erst im Jahr 1961 begann, so ist die große Anzahl Türkei-stämmiger Menschen in Deutschland heute maßgeblich auf dieses Abkommen zurückzuführen. Ein umfassender Überblick über das Anwerbeabkommen und dessen Hintergründe ist auf den Internetseiten der Bundeszentrale für politische Bildung zu finden (www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/anwerbeabkommen/). Neben dem Zustrom sogenannter Gastarbeiter gab es im Laufe der Jahrzehnte auch Zuwanderungswellen, die politisch bedingt waren.

Die Türkei-stämmige Bevölkerungsgruppe ist aus dem gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben in Deutschland heute nicht mehr wegzudenken. Weitgehend unbemerkt vom bundesdeutschen Mainstream waren Zuwanderer/Zuwanderinnen aus der Türkei von Beginn an in Sachen Kunst und Kultur äußerst aktiv, zum Beispiel im Bereich Musik. Im Zusammenhang mit der FABRİKA-Folge zu diesem Thema wird näher auf das deutschtürkische Musikleben im Laufe der letzten 50 Jahre eingegangen [Musikartikel]. Heute haben deutschtürkische Kunst- und Kulturschaffende längst ein weitaus breiteres Publikum und sind zum Teil auch international bekannt. Ob im Bereich Musik, Kabarett, Comedy, Film, Literatur, bildende Kunst, Sport, etc., die Zahl türkischer Namen wächst beständig. Auch wenn ihre Präsenz in vielen Bereichen noch nicht ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht, so hat sich die Entwicklung in den letzten 20 Jahren merklich beschleunigt. Im Jahr 1994 waren Cem Özdemir und Leyla Onur die ersten Bundestagsabgeordneten türkischer Herkunft – mit der neuen Koalition werden es voraussichtlich 11 sein, was natürlich auch auf die beständig wachsende Zahl aktiver Politiker/innen mit türkischem Migrationshintergrund auf Kommunal- und Landesebene zurückzuführen ist. Die türkeistämmige Bevölkerung spielt auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine Rolle. Seit Jahrzehnten leistet sie ihren Beitrag zum Bruttosozialprodukt Deutschlands und schafft durch die Gründung eigener Betriebe jedes Jahr Tausende von Arbeitsplätzen. Sie ist eine wichtige Stütze der Sozialkassen, inklusive der Rentenkassen. Heute gibt es ca. 80.000 türkische Unternehmen in Deutschland – dreimal mehr als vor zwanzig Jahren – und die Zahl wird laut Rainhardt Freiherr von Leoprechting, dem ehemaligen Präsidenten der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer, in den nächsten Jahren noch erheblich steigen (Freia Peters, 24.06.2012).

In unseren FABRİKA-Sendungen kommt der Beitrag junger und älterer Türkei-stämmiger Menschen zum gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben in Deutschland immer wieder deutlich zum Ausdruck. Im Laufe der ersten 13 Sendungen bieten zahlreiche Menschen einen Einblick in ihr Leben und erzählen von eigenen Erfahrungen und Sichtweisen. Damit zeigen sie unter anderem berufliche Perspektiven auf und machen jungen Menschen Mut, bestehende Bildungs- und Berufschancen zu nutzen. Die persönlichen Erfahrungen mancher Protagonisten verdeutlichen, dass Ziele manchmal erst über Umwege erreicht werden und man sich nicht zu schnell entmutigen lassen sollte. Das soziale Engagement vieler unserer Protagonisten – ob im Rahmen der beruflichen Tätigkeit, der Kunst oder auf privater Ebene – zeigt, dass man auch als Einzelperson oder gemeinsam mit Gleichgesinnten einiges bewegen kann. Ein Beispiel hierfür ist Yılmaz Atmaca aus Berlin, der in Folge 9 zum Thema Familie bei FABRİKA zu Gast ist und der sich in seiner Arbeit mit Jugendlichen gegen Unterdrückung im Namen der Ehre und für Gleichberechtigung einsetzt. Ein weiteres Beispiel ist die Psychiaterin und Psychotherapeutin Prof. Dr. Meryam Schouler-Ocak, die wir in FABRİKA-Folge 8 zum Thema Psychologie und Migration kennenlernen. Sie initiierte die bundesweite „Suizidpräventionsinitiative für Frauen mit türkischem Migrationshintergrund“. Die Boxweltmeisterin Özlem Şahin, die in Folge 4 zum Thema Umgangsformen bei FABRİKA zu Gast ist, hilft in ihrer Freizeit Opfern häuslicher Gewalt. In FABRİKA-Folge 11 zum Thema Handwerk lernen wir Gülcan Nitsch kennen, die Gründerin von Yeşil Çember, das sich für die umweltfreundliche Energieerzeugung und somit für die Zukunft aller einsetzt. Andere FABRİKA-Protagonisten engagieren sich, indem sie ihre beruflichen Erfahrungen an junge Menschen weitergeben und diese gezielt in ihrem Werdegang unterstützen, wie z.B. der Qualitätsmanager Coşkun Yasa aus der ersten Folge („Weihnachten“) oder die Mechatronikerin Gül Ünsal in Folge 2 („Brot“). Die Protagonisten der bisher 13 ausgestrahlten Folgen von FABRİKA stehen für die vielen Türkei-stämmigen Menschen, die in Deutschland ihren Weg gehen und jeweils auf ihre ganz individuelle Art und Weise zur Vielfalt und zum gelungenen gesellschaftlichen Miteinander beitragen.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass sich das FABRİKA-Team der Tatsache bewusst ist, dass die aus dem Vielvölkerstaat Türkei zugewanderten Menschen und deren Nachkommen verschiedenen ethnischen Gruppen angehören. Diese ethnische Vielfalt spiegelt sich zum Teil in unserem Team wider. Gelegentlich haben wir versucht, der bestehenden Vielfalt – von Türken über Kurden und Zaza bis hin zu Armeniern, Griechen und Sephardim (um nur einige der in der Türkei anzutreffenden Volksgruppen zu nennen) durch vorsichtige Formulierungen wie „mit Türkei-Hintergrund“, „Türkei-stämmig“ oder „türkischsprachig“ Rechnung zu tragen. Auf der Suche nach einer kurzen Bezeichnung haben wir uns zu Anfang auf den Begriff „Deutschtürken“ geeinigt, den wir häufig in den Sendungen und auch in den begleitenden Texten benutzen. Dieser wird der Sachlage natürlich keineswegs gerecht und ist schon rein sprachlich problematisch. In Anlehnung an Bezeichnungen wie „Francokanadier“ oder „Deutschchilenen“ müsste man – wenn überhaupt – von „Türkischdeutschen“ sprechen. Verständlicherweise möchten Zuwanderer/Zuwanderinnen, die zu der einen oder anderen ethnischen Minderheit zählen, selbst über ihre Zugehörigkeit bestimmen und fühlen sich vielleicht mit der Bezeichnung „Deutschtürken“ – gelinde gesagt – falsch angesprochen. Hiermit versichern wir, dass mit dieser Formulierung niemand ausgeschlossen, ungewünscht etikettiert oder diskriminiert werden sollte. Es ging uns von vorn herein darum, in Deutschland lebenden Menschen mit einem wie auch immer gearteten Türkei-Hintergrund – ob in der ersten, zweiten, dritten, etc. Generation – ein Forum zu bieten und Themen anzusprechen, die von Interesse sein könnten.

Quellen:
„11 Deutsch-Türken ziehen in den Bundestag ein“Deutsch-türkisches Journal, 23.09.2013.
„50 Jahre Anwerbeabkommen“, Bundeszentrale für politische Bildung.
Bevölkerung und Erwerbstätigkeit – Vorläufige Wanderungsergebnisse 2012. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt, 2013.
Andreas Heinz und Ulrike Kluge (Hrsg.), Einwanderung – Bedrohung oder Zukunft? Mythen und Fakten zur Integration. Frankfurt/New York: Campus Verlag, 2012.
Migrationsbericht 2011, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
Freia Peters, „Zuwanderer zeigen großen Ehrgeiz als Unternehmer“DIE WELT, 24.06.2012.

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