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Frauen in Handwerksberufen

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Kadınların ciddi bir katılımla içinde yer aldığı sağlık, vücut bakımı, temizlik, gıda ve tekstil gibi zanaat sektörleri var. Metal, elektronik ve inşaat gibi toplamda bütün zanaatların % 76,4’ünü oluşturan işlerde ise kadınlar hak ettikleri oranda temsil edilmiyorlar. Çoğunlukla kadın işçilerin çalıştığı zanaat alanlarında ücretler ortalama olarak erkeklere ödenenden daha düşük, kariyer fırsatları ise oldukça kısıtlı. Yıllardır meslek seçimindeki geleneksel rollerin aşılabilmesi için milyonlarca para yatırılıyor, fakat sadece bazı mesleklerde ve ancak küçük başarılar sağlanabildi. Bunun sonucu olarak bugün boyacı ve cilacıların oranı % 13, marangozların % 9 ve bacacıların da % 10’un üzerinde artmış durumda.

19_11_ANiEs gibt Berufe, die zum Bereich Handwerk zählen, in denen Frauen stark vertreten sind: im Gesundheits-, Körperpflege- und Reinigungsgewerbe, in der Nahrungsmittelproduktion und im Textilgewerbe. Im Bereich Metall und Elektro, im Baugewerbe und in der Holzverarbeitung, auf die sich zusammen genommen 76,4 % aller Handwerksberufe verteilen, sind Frauen zumeist völlig unterrepräsentiert. Es handelt sich dabei um Berufe, denen allen politischen und gesellschaftlichen Bemühungen zum Trotz weiterhin das Klischee „Männerberuf“ anhängt. So lag im Jahr 2009 der Anteil von Frauen bei Elektro-Berufen bei 4,5 % und bei den Maurern bei 0,2 %. Dagegen belief sich der Frauenanteil im Kosmetikbereich auf 96,6 % und in der Gebäudereinigung auf 88,5 % (Statistisches Bundesamt). Die vorwiegend von Frauen ausgeübten Handwerksberufe werden im Durchschnitt weit schlechter bezahlt und sind mit geringeren Aufstiegschancen verbunden.

Verteilung der Handwerksberufe
Die restlichen 1,3 % entfallen auf die Branchen Glas, Papier, Keramik, Textil und Leder.

In 76,4 % der anerkannten Handwerksberufe arbeiten vorwiegend Männer.

Seit Jahren werden jedes Jahr Millionen investiert, um dem traditionellen Rollendenken bei der Berufswahl entgegenzuwirken. Verschiedene Programme vonseiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie zielen darauf ab, Schülerinnen die vielen beruflichen Möglichkeiten aufzuzeigen und insbesondere das Interesse an als männlich geltenden Berufen zu wecken. Ein Beispiel dafür ist der Girl’s Day, der bundesweite Berufsorientierungstag für Mädchen.

In manchen als typisch männlich geltenden Berufen ist in den letzten Jahren ein leichter Wandel zu verzeichnen. So gibt es inzwischen mehr Malerinnen und Lackiererinnen (13 %), Tischlerinnen (9 %) und Schornsteinfegerinnen (über 10 %). Doch insgesamt ist die Bilanz eher ernüchternd. Im Jahr 2012 gehörte zu den drei Berufen, für den sich  47 % aller Mädchen entschieden, das Friseurhandwerk (neben Bürokauffrau und  Einzelhandelskauffrau), also ein Handwerksberuf, der ohnehin von Frauen dominiert wird. Ein  vermuteter Grund dafür, dass sich in dieser Hinsicht nur sehr langsam etwas ändert, ist, dass die  Entscheidung für einen Lehrberuf normalerweise in der Pubertät stattfindet, also in einer Zeit, in der  junge Menschen besonders empfänglich für Rollenklischees sind und – zumindest in Bezug auf ihre  Altersgenossen – ungern gegen den Strom schwimmen. Zudem wird bemängelt, dass in den Schulen  zwar über Berufe informiert wird, aber selten eine wirkliche Berufsorientierung stattfindet.  Arbeitsmarktsexperten plädieren u.a. dafür, bereits im Kindergarten damit zu beginnen, Klischees über  geschlechtspezifische Berufswelten aufzubrechen.

Hinzu kommt, dass Frauen, die sich für einen von Männern dominierten Handwerksberuf entscheiden, häufig mit Vorurteilen zu kämpfen 4_11_Anihaben. So kann sich schon die Suche nach einem Ausbildungsplatz als schwierig herausstellen. Das trifft allem Anschein nach vor allem auf kleinere Werkstattbetriebe zu. Vielfach trauen Handwerksmeister Frauen die betreffende Arbeit nicht zu, selbst wenn sie das nicht immer offen sagen. Die gängigste Ablehnungsbegründung – ob es um eine Ausbildung oder eine Anstellung geht – scheint zu sein, dass es keine getrennten Toiletten gebe, obwohl die diesbezügliche Vorschrift für kleine Betriebe bereits im Jahr 1983 abgeschafft wurde. Auch geringschätzige Bemerkungen von männlichen Mit-Azubis in der Berufsschule sind Berichten zufolge keine Ausnahme. Gesellinnen – z.B. Tischlerinnen oder Zimmerinnen – haben es auch schwerer als ihre männlichen Pendants, eine feste Anstellung zu finden. Deswegen sind viele gezwungen, als reisende Gesellinnen von Baustelle zu Baustelle zu ziehen. Das wiederum bedeutet, dass sie keinen Zugang zur Meisterprüfung haben, die wiederum Voraussetzung für die Gründung eines eigenen Betriebs ist. Die Diplompädagogin und ehemalige Tischlerin Ute Becker aus Münster ging in ihrer Diplomarbeit der Frage nach, warum so viele ihrer Tischler-Kolleginnen dem Beruf (genauso wie sie selbst) den Rücken gekehrt hatten, mit dem Ergebnis, dass es am zermürbenden Kampf gegen Vorurteile lag (Fabienne Melzer, 2010).

Von der Tendenz her scheinen sich viele Bereiche des Handwerks allmählich für Frauen zu öffnen, was teilweise wohl dem Fachkräftemangel zuzuschreiben ist (siehe unten). So wird in einschlägigen Medien des Handwerks gezielt um weiblichen Nachwuchs geworben und zum Umdenken aufseiten der Betriebe aufgerufen. Außerdem wird immer häufiger über positive Entwicklungen berichtet.

Quellen:
Bundesverband UnternehmerFrauen im Handwerk.
Erster Gleichstellungsbericht, Deutscher Bundestag, 16.06.2011.
Sonja Fercher, „Frau am Kessel“DIE ZEIT, 18.05.2013.
Girl’s Day.
„Girl’s Day: Frauen fürs Handwerk“DeutscheHandwerksZeitung.
„Handwerkerinnen holen kräftig auf“DeutscheHandwerksZeitung, 08.03.2012.
„Kaum weibliche Maurer und männliche Kosmetiker“Deutsches Handwerksblatt, Dezember 2010.
Hanni Kinadeter, „Muskelkraft, Männerberufe und Mädchen mit Mut“DeutscheHandwerksZeitung, 24/2010.
„Leben nach dem Klischee“Süddeutsche Zeitung, 22.12.2010.
Fabienne Melzer, „Übung macht die Meisterin“Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010.
Ulrike Müller, Bauhaus-Frauen – Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design, Elisabeth Sandmann Verlag, 2009.
„Die weibliche Seite des Handwerks“Deutsches Handwerksblatt, März 2011.

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