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Das Handwerk wirbt um Nachwuchs mit Migrationshintergrund

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Farklı zanaat kolları uzun zamandır göçmen kökenli yeni çırak arayışında. Bu arayışın ardında bir yandan büyük çoğunluğu bir mesleki eğitim almamış olan göçmen kökenli gençlere fırsat eşitliği sağlamaya yönelik politik bir hedef varken, diğer yandan da birçok meslek dalındaki akut yeni eleman eksikliği var. Zanaatkârlıkla uğraşanların koşullarını düzeltmeyi hedefleyen bazı çalışmalar da mevcut. Örneğin Hamburg Zanaatkârlar Odası “Zanaat Eğitimiyle Daha Fazla Uyum” adlı projesiyle göçmen kökenli işletme sahiplerini mesleki eğitime giriş sertifikası alabilmeleri için destekliyor. Aynı zamanda işveren ve eğitmenlerin kültürlerarası donanımlarını güçlendirilmesi ve önyargıların aşılması için de çaba harcanıyor.

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Im Jahr 2004 vereinbarte die Bundesregierung mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft den „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland“, der seither immer wieder erneuert wurde. Im Rahmen dieses Paktes gibt es seit längerem verstärkte Bemühungen, die beruflichen Chancen junger Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, auch vonseiten des Handwerks. Zum Beispiel wurde im Jahr 2007 an der Handwerkskammer Koblenz die Initiative „Handwerk integriert Migrantinnen und Migranten (HiM)“ gestartet, an der sich inzwischen auch die rheinland-pfälzischen Handwerkskammern aus Trier, Kaiserslautern und Mainz beteiligen. Ziel der Initiative „war und ist es, jugendliche Migranten in ein Ausbildungsverhältnis zu integrieren, Betriebsgründungen von Migranten zu unterstützen und die Öffentlichkeit für die Situation Jugendlicher mit Migrationshintergrund zu sensibilisieren“ (Handwerkskammer Koblenz, 2013). Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Landes Rheinlandpfalz (Wirtschaftsministerium, Arbeitsministerium) und der EU (Europäischer Sozialfonds). Auch die Hamburger Kampagne „Handwerker – Agenten des Alltags“ zielt darauf ab, Menschen mit Migrationshintergrund zu motivieren, sich beruflich im Bereich des Handwerks zu orientieren. Darüber hinaus unterstützt die Handwerkskammer Hamburg mit dem Projekt „MIAH – Mehr Integration durch Ausbildung im Handwerk“ Betriebsinhaber/innen mit Migrationshintergrund bei der Erlangung einer Ausbildungsberechtigung, um die geringe Zahl an Ausbildern/Ausbilderinnen mit nichtdeutschen Wurzeln zu erhöhen. Um das Interesse des Handwerks an Nachwuchs mit Migrationshintergrund zu bekräftigen, sagte der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks Otto Kentzler in einer Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie, „Bei uns kommt es nicht darauf an, wo man herkommt, sondern wo man hin will“ (Deutscher Bundestag, 2011). Schon 2009 hatte Otto Kentzler geäußert, „Unser besonderes Augenmerk muss den Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelten“ (Die Welt, 2009).

Zwar hat heute jeder fünfte Beschäftigte im deutschen Handwerk einen Migrationshintergrund, aber dennoch ist die Situation verbesserungswürdig. So haben, wie bereits erwähnt, Handwerker mit Migrationshintergrund seltener eine Ausbildungsberechtigung. Zudem zeigt eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), „Migration als Chance“, dass Handwerker mit Migrationshintergrund öfter in Ausbildungsberufen tätig sind, in denen die Vertragsauflösungsquote höher ist und in denen es nach der Ausbildung seltener zu einer Übernahme kommt. Des Weiteren arbeiten sie seltener als der bundesdeutsche Durchschnitt in ihren Wunschberufen. Einer auf Schwaben bezogenen Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts ist zu entnehmen, „dass mit steigender Qualifikation der Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund deutlich abnimmt“ (Brunner, 2008).7_11_BB

Aus Sicht der Politik und Wirtschaft besteht allein schon deswegen Handlungsbedarf, weil im Handwerk – wie auch in anderen Bereichen – viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben (siehe Stichwort Fachkräftemangel unten) und weil der Prozentsatz derer, die keine Berufsausbildung machen, unter jungen Menschen mit Migrationshintergrund weit höher ist als unter den Altersgenossen ohne Migrationshintergrund: „Grundsätzlich liegt hier eine wichtige Fachkräftereserve brach, die besonders für das Handwerk nutzbar gemacht werden könnte“ (Handwerk in Baden-Württemberg, 2011). Studien belegen, dass sich diese Schieflage in erster Linie mit den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen erklären lässt. Entsprechend – und wie nicht anders zu erwarten – lautet eines der Untersuchungsergebnisse des Bundesinstituts für Berufsbildung, dass „junge Migranten bei gleichen Ausgangsbedingungen in der Ausbildung genauso erfolgreich sind wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund“ (Handwerk in Baden-Württemberg, 2011). Im Zusammenhang mit unserer FABRİKA-Sendung zum Thema Bildung wurde ausführlich auf das Thema der ungleichen Chancen eingegangen. Zahlreiche Untersuchungen deuten darauf hin, dass das deutsche Bildungssystem reformiert werden muss, um die unterschiedlichen sozioökonomischen Ausgangsbedingungen auszugleichen und eine Chancengleichheit zu gewährleisten. Bisher haben Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien weitaus geringere Aussichten auf einen guten Schulabschluss und auf eine Berufsausbildung. Das betrifft auch junge Menschen ohne Migrationshintergrund, doch jene mit Migrationshintergrund sind davon überdurchschnittlich oft betroffen. Hinzu kommt bei ihnen häufig noch eine Benachteiligung aufgrund von Vorurteilen und einer geringeren Erwartungshaltung aufseiten des Lehrpersonals. Im Ergebnis verlassen 16 % der Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Schule ohne einen anerkannten Abschluss. Wenn das Ziel also darin besteht, die Zahl der Auszubildenden mit Migrationshintergrund zu erhöhen – im Handwerk und in anderen Bereichen –, dann sollte die Förderung schon früher ansetzen.

Zur Förderung von Menschen mit Migrationshintergrund im Handwerk gehört auch, dass die interkulturelle Kompetenz von Arbeitgebern und Mitarbeitern verbessert und Vorurteile abgebaut werden müssen. So organisiert zum Beispiel das Norddeutsche Netzwerk zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten (NOBI) an der Handwerkskammer Hamburg Fortbildungsseminare, in denen Betriebsinhabern, Mitarbeitern oder Dozenten der beruflichen Bildung interkulturelle Kompetenz vermittelt wird. In den einschlägigen Handwerksmedien, z.B. in der Deutschen Handwerkszeitungoder im Deutschen Handwerksblatt ist man darum bemüht, mittels Information und Sensibilisierung das Handwerk für Nachwuchs mit Migrationshintergrund weiter zu öffnen. Dass Vorurteile in erster Linie auf Unkenntnis und mangelnder Erfahrung beruhen, wird durch die oben erwähnte Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts wieder einmal bestätigt. So ergaben die Umfragen in schwäbischen Handwerksbetrieben, dass vor allem jene Betriebsinhaber/innen, die über keinerlei Erfahrung mit Mitarbeitern mit Migrationshintergrund verfügten, in dieser Hinsicht am ehesten Bedenken hatten.

Quellen:
„Ausbildung: IHK möchte mehr Deutsch-Türken im Handwerk“Deutsch-Türkische Nachrichten, 14.08.2013.
„Ausbildungspakt will allen jungen Menschen Chancen auf Berufsausbildung bieten“, Bundesministerium für Bildung und Forschung, 15.04.2013.
„Bei uns zählt nicht, wo man herkommt. Sondern wo man hin will“, Handwerkskammer Trier.
Stefan von Borstel, „Warum das Handwerk auf junge Migranten setzt“DIE WELT, 02.02.2009.
Markus Brunner, Beschäftigungssituation von Menschen mit Migrationshintergrund im Handwerk, Ludwig-Fröhler-Institut, Forschungsinstitut im Deutschen Handwerksinstitut (DHI), 2008.
„Fachkräftemangel: Migranten als Chance fürs Handwerk“, Handwerk in Baden-Württemberg, 02.05.2011.
„Förderung von Migrant/innen im Handwerk“, Netzwerk NOBI/Norddeutsches Netzwerk zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten, Sommer 2013.
„Gute Erfahrungen mit jungen Migranten“Deutsche Handwerkszeitung, 19.05.2011.
„»Handwerk integriert Migranten« jetzt landesweit“, Handwerkskammer Koblenz, 05.02.2013.
„Jeder fünfte Handwerker hat Migrationshintergrund“, Deutscher Bundestag, Presse, 14.12.2011.
„Projekt MIAH – Projekt für Betriebsinhaber/innen mit Migrationshintergrund“, Handwerkskammer Hamburg, [abgerufen am 19.09.2013].

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